Willkommen beim Hayner Karnevalverein e.V.

Chronik des Hayner Karnevalsverein

Es war einmal… 
So beginnen alle alten Märchen, auch die Geschichte des Hayner Karnevals, allerdings geht es hier um eine wahre Begebenheit.
Es war an einem Abend im Herbst des Jahres 1967, als lebenslustige Männer wie Heinz Förtsch, Horst Günzel, Erich Herold, Oskar Janaczek, Baldur Just, Heinrich Schröter, Werner Menge und Artur Kirst sich Gedanken machten, die alljährliche Silvesterfeier etwas interessanter und lustiger zu gestalten. Sie hatten die Vision den Silvesterabend mit einem kleinen Programm aufzulockern. Der spontane Gedanke wurde sofort in die Tat umgesetzt. Die Männerrunde plante eine lustige Veranstaltung am 31.12.1967, auf dem Dorfsaal, mit Beteiligung der überwiegenden Dorfbewohner. Um das Vorhaben erfolgreich zu gestalten mussten Verantwortliche benannt werden. Der Vorschlag zur Wahl des 1.Präsidenten fiel auf Horst Günzel. Nach anfänglichen Zögern und Bedenken nahm er die Wahl an. Erich Herold wurde für Programm und Musik verantwortlich gemacht. Artur Kirst und Baldur Just erhielten die Aufgabe Organisation und Gestaltung und Oskar Janaczek war mit den ersten satirischen Vorträgen parat. Die Wahl des ersten Vorstandes war gleichzeitig die Geburtsstunde des Hayner Karnevalsverein. (1.Foto: Oskar Janaczek 1970) Die Vorbereitungen liefen gut und es kam der Tag der ersten Veranstaltung. Der Andrang an der Abendkasse, Eintritt drei Mark, war eher verhalten. Vielleicht war der Termin schlecht gewählt, den Silvester feierten die meisten in „Familie“ zu Hause. Der Silvesterabend gestaltete sich exakt nach dem 1.Programmablaufplan von Oskar Janaczek. Mehrere Vorträge, Familienquiz, Tanzeinlagen, Spiele unter Beteiligung aller reiten sich aneinander. Der erste satirische Vortrag „Der eingebildete Kranke“, vorgetragen von Oskar Janaczek erhielt viel Beifall. Höhepunkt des Abends waren die Parodien von „Herr Fröhlich und Herr Schön“ sowie der Auftritt der „Beatles“! Am Ende waren sich alle einig: Dass hat Spaß gemacht, das machen wir nächstes Jahr wieder! Der kleine Personenkreis wurde nun größer, das Programm umfangreicher. Die „Singenden Matrosen“ mit den Stimmen von Rudolf Kirchner, Walter Köth und Heinz Förtsch bereicherten das Programm musikalisch. Das erste gestaltete Bühnenbild, in Form eines Segelschiffs, wertete die Veranstaltung erheblich auf. (3. Foto Bühnengestaltung zum Segelschiff) An einheitliche Kleidung oder gar Uniform des Elferrates war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken. Lediglich die auftretenden Darsteller schlüpften in entsprechende Kostüme ihrer Rollen. Die Requisiten waren überwiegend aus dem häuslichen Fundus der Vereinsmitglieder. Ein erster Versuch eines Männerballetts stand nun schon auf dem Programm. Bis zum Jahr 1973 wurden die Darbietungen ausschließlich von Männern vorgetragen. Die Frauen erfüllten bis zu dieser Zeit andere Aufgaben. Viele Kostüme mussten genäht und zusammengestellt werden. Hier war Käthe Günzel die richtige Partnerin. In Vorbereitung der Veranstaltungen wurde ihre Küche quasi zur Nähstube. Alles was ein Kostüm benötigte ging ein und aus, entweder zum Maß nehmen oder zur Anprobe. Für die gut geschneiderten Gardeuniformen bedanken sich die Mädels mit einem kleinen Geschenk bei ihrer Schneiderin Käthe Günzel. ( 4. Foto Gardeballett mit Käthe Günzel) Die „Truppe“ hielt durch ihren Erfolg fest zusammen, wir waren ja noch so schön jung und nahmen auch so manche „Unebenheit“ in Kauf. Bis zum Jahr 1972 wurde das vorbereitete Programm, mit karnevalistischen Einlagen, am Silvesterabend komplett aufgeführt. Am 31.12.1973 zeigte man dem Publikum nur einzelne Ausschnitte zur Abendveranstaltung. Die Aufführung des nun mehr faschingsbezogenen Programms wurde in die heiße Phase der Faschingszeit verschoben. Der Auftakt zur ersten Festsitzung erfolgte am 12.01.1974 im Dorfsaal zu Hayn. Ab diesem Zeitpunkt präsentierte sich der Verein moderner und karnevalistischer. Als Bühnendekoration wurde eine herrliche Stadtmauer errichtet. (5. Foto 2. Bühnenbild Stadtmauer ) Eine einheitliche Uniform des Elferrats wurde eingeführt. Die Mitglieder trugen schwarze Hose, weißes Hemd, darüber diagonal eine rote Schärpe und eine Narrenkappe. (6. Foto 1. Einheitliche Elferratkleidung) Das Programm kam bei unseren Gästen gut an und erste Anfragen zu Auftritten folgten. ( 7.Foto Unsere erstes Publikum) Zunächst wurde eine kulturelle Umrahmung der Rentnerfeier gebraucht. Unser Lohn war die Teilnahme am gemeinsamen Abendessen. Mit unseren Programmen erweckten wir auch die Aufmerksamkeit anderer Orte, welche uns von nun ab fast jedes Jahr engagierten .Ab 1975 begann eine sehr anstrengende Zeit, denn wir waren während der 5. Jahreszeit praktisch die gesamten Wochenenden in karnevalistischer Hinsicht verpflichtet. Ob Auftritte in Gutendorf, Bechstedtstraß, Klettbach, Ulla, Hetschburg, Holzdorf, Utzberg, Hopfgarten, Tonndorf oder Hayn, der Ablauf lautete immer: - Freitag: alles verladen und Bühnenaufbau - Samstag: Programm in den jeweiligen Orten - Sonntag: Abbau der Bühne, Transport der Requisiten in den nächsten Auftrittsort Es ist kaum vorstellbar wie alles ablief und auch noch klappte, wenn man nur alleine an eine solche räumliche Situation wie im Ort Ulla zurück denkt. In diesem bewegten „Hin-und Her“ war uns der unvergessene Bruno Menge eine sehr wertvolle Stütze. Er war als Autobahnmeister tätig und für die erforderlichen Transporte der Aktiven und Requisiten verantwortlich. Diese Verantwortung und Aufgabe erforderte ein außergewöhnliches Talent. Da konnte es aber auch schon mal passieren, dass der gesamte Verein bei winterlichen Temperaturen auf einem Streufahrzeug transportiert wurde.      

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